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Die Cash Flow Rechnung – Artikelserie

Heute soll es mit der Artikelserie zum Thema Bilanz lesen weitergehen und wir werden uns mit der Cash Flow Rechnung beschäftigen. Diese Rechnung ist eine weitere Rechnung, welche die Bilanz ergänzt und den Kapitalfluß des Unternehmens verdeutlicht. Diese Berechnung kann einem wertvolle Informationen über die Rentabilität und Dauerhaftigkeit eines Unternehmenserfolges geben und und sie lässt einen tief in das Unternehmen hinein blicken.

In der Cash Flow Rechnung werden die Kapitalflüsse des Unternehmen dargestellt. Was bedeutet, dass schrittweise aufgezeigt wird, in welcher Form Kapital des Unternehmens zu oder abgeflossen ist.

Dieser Beitrag ist Teil der Artikelserie Einstieg Bilanzanalyse. In dieser Serie erkläre ich Schritt für Schritt, wie man eine Bilanz liest.

Der Cash Flow

Liest man dies zum ersten mal, so könnte man denken, dass solch eine Rechnung nach der Gewinn- und Verlustrechnung nicht mehr nötig ist, da hier schon der Unternehmensgewinn aus dem Umsatz berechnet wurde. Man weiß doch schließlich schon, wieviel Geld das Unternehmen erwirtschaftet hat.

Mit dieser Rechnung gibt es aber ein paar Probleme, wodurch wichtige Informationen verschleiert werden können. Zum einen wird anhand der GuV die Höhe der zu zahlenden Steuern eines Unternehmens bestimmt. Da dieser prozentual von dem Gewinn gezahlt werden muss, besteht natürlich immer ein Anreiz für das Management diesen möglichst klein zurechnen.

So lassen die Bilanzierungsregeln einem immer eine Menge an Freiheiten um diesen Wert schön frisieren zu können und somit die Steuerzahlungen in die Zukunft zu verschieben. Zum einen ist dies natürlich schön, wenn man weniger Steuern zahlen muss, zum anderen geht dadurch natürlich ein Teil der Übersichtlichkeit verloren.

Neben diesen steuerlichen Aspekten gibt es aber auch noch eine ganze Reihe von zahlungsungleichen Leistungen, welche in die GuV eingehen können. Bei diesen wird die Zahlung zu einem anderen Zeitpunkt gebucht, als sie wirklich gezahlt wird.

So stellen Unternehmen für die Lieferung von Waren eine Rechnung aus und buchen diesen Ertrag zu dem Zeitpunkt der Rechnungsausstellung. Jetzt kann das andere Unternehmen jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt zahlen, bzw. im schlimmsten Fall gar nicht. Das echte Geld fließt also erst um einiges später und somit entsteht der Gewinn auch erst zu einem anderen Zeitpunkt.

Ein anderes Beispiel sind steuerliche Abschreibungen. So werden größere Maschinen zwar zu einem festen Zeitpunkt gekauft und bezahlt, jedoch über viele Jahre abgeschrieben. Es kommt somit noch lange nach dem Kauf zur Reduzierung der Steuerzahlungen. Der Gewinn fällt damit aber höher aus, als er in dem Zeitraum wirklich ist.

Nun könnte es durch solche Vorgänge theoretisch passieren, dass ein Unternehmen äußerlich gesund aussieht, in Wahrheit aber alles andere als gesund ist. Es könnte viele zahlungsungleiche Erträge aufweisen, die in der GuV ausgewiesen sind, von denen das Unternehmen das Geld jedoch niemals sehen wird. Hier kommt dann die Cash Flow Rechnung in Spiel. In dieser fallen solche Sachen nämlich sofort auf.

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